Nochmals über Firmenwagen

Seit die Regierung Di Rupo das System der Firmenwagen geändert hat, tauchen immer noch Unklarheiten und Diskussionen auf. Der Gesetzgeber hat schon verschiedene Male eingegriffen und auch die Verwaltung hat schon mehrmals von sich hören lassen. Anfang Oktober wartete das Finanzamt noch einmal mit einer Ergänzung seiner Liste häufig gestellter Fragen auf. Wir erläutern zwei auffallende Punkte.

Katalogpreis: mit oder ohne Ermäßigungen?

Die Formel: Katalogpreis x CO2-Prozentsatz x 6/7 x Altersfaktor

Der Katalogpreis wird als Ausgangspunkt bei der Berechnung des Vorteils aller Art genommen. Es handelt sich dabei um den Katalogpreis zum Zeitpunkt der Lieferung. Nur wenn der Lieferant eine Preisgarantie gewährt, wird der Katalogpreis zum Zeitpunkt der Bestellung angewandt.
Es werden im Prinzip keine eventuellen Sonderermäßigungen, z. B. ein Fleetnachlass, berücksichtigt. Bei der Berechnung des Vorteils profitieren Sie also nicht von Ihrem Geschick bei der Verhandlung über den Preis Ihres Wagens.

Dennoch kann eine Ermäßigung Einfluss haben:

wenn bei einer Werbeaktion der Katalogpreis vorübergehend gesenkt wird. In diesem Fall kann nämlich einfach die Standardformel angewandt werden und es wird der (allerdings reduzierte) Katalogpreis als Ausgangspunkt genommen. Diese Ausnahme gilt nur, wenn der Konstrukteur/Importeur diesen gesenkten Preis tatsächlich als Katalogpreis aufnimmt und der Preis beim Verkauf an Privatleute allgemein gültig ist;

wenn der Lieferant ein Optionspaket anbietet, d. h. ein Paket, in welchem verschiedene Optionen zusammen zu einem Gesamtpreis angeboten werden, der unter der Summe der Preise der einzelnen Optionen liegt. Auf diese Weise erhalten Sie schließlich auch eine Ermäßigung. Diese Ermäßigung wird unter der Bedingung berücksichtigt, dass auch Privatleute dieses Optionspaket in Anspruch nehmen können. Wenn das nicht so ist, müssen bei der Berechnung des Vorteils die Preise der einzelnen Optionen addiert werden. Es muss sich darüber hinaus um ein Paket handeln, wie es vom Konstrukteur zusammengestellt wurde. Ein Optionspaket, das vom örtlichen Händler zusammengestellt wird, wird als eine echte Ermäßigung betrachtet und darf also nicht in Rechnung gebracht werden.

Tankkarten und selbst bezahlter Treibstoff

Wenn Ihnen nur eine Tankkarte und kein Auto zur Verfügung gestellt wird, erhalten Sie einen steuerpflichtigen Vorteil in Höhe der Treibstoffkosten für privat zurückgelegte Kilometer (private Fahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz).

Wenn Sie eine Tankkarte und einen Wagen bekommen, bringt die Tankkarte an sich keinen zusätzlichen steuerpflichtigen Vorteil. Wenn Sie eine Tankkarte bekommen haben, aber trotzdem einen Beitrag zu den Treibstoffkosten leisten müssen, gilt dieser als Eigenbeitrag, den Sie vom Vorteil abziehen dürfen.

Wenn Sie zwar einen Wagen bekommen, aber keine Tankkarte und Ihre Treibstoffkosten für private Fahrten selbst bezahlen müssen, dürfen Sie diese Kosten nicht als eigenen Beitrag vom Vorteil abziehen.

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