Was Sie über Anlageversicherungen wissen müssen

ZWEIG 21, ZWEIG 23, ZWEIG 26: Sie haben zweifellos schon davon gehört. Aber vielleicht wissen Sie nicht genau, wie das Ganze juristisch und steuerlich genau vonstatten geht. Wir führen Sie gerne in wenigen Schritten durch dieses komplizierte Labyrinth. Zu jeder dieser Anlageformen geben wir kurz die juristischen und steuerlichen Aspekte wieder.

Bei einem herkömmlichen Lebensversicherungsvertrag sind die Prämien, die Sie bezahlen, im Prinzip steuerlich absetzbar, und es werden deshalb die letztendlichen Auszahlungen versteuert. Bei einer Anlageversicherung können Sie dagegen auf den Abzug der Prämien verzichten, um dadurch die späteren Auszahlungen steuerfrei zu erhalten. Anlageversicherungen wie Zweig 21, 23 und 26 bilden deshalb eine schöne Alternative zum eher klassischen Lebensversicherungsvertrag.

Versicherungsbon

Ein Versicherungsbon ist ein individueller namentlicher Lebensversicherungsvertrag (ZWEIG 21). Das System funktioniert folgendermaßen: der Versicherungsnehmer kauft den 'Bon', der den Tod des Versicherten deckt. Das Kapital und die Zinsen werden letztendlich dem Begünstigten ausbezahlt. Diese Auszahlung kann erfolgen:

beim Tod des Versicherten (Deckung im Todesfall;) oder

am Endverfalltag des Versicherungsbons, wenn der Versicherte dann noch am Leben ist. In diesem Fall können die 'drei' erwähnten Personen (Versicherungsnehmer, Versicherter und Begünstigter) auch ein und dieselbe Person sein. Wenn der Versicherte/Begünstigte vor dem Verfalltag des Bons stirbt, sind es natürlich dessen Erben, die den ausgezahlten Betrag erhalten werden.

Der Versicherungsbon ist nicht nur eine Versicherung (in ZWEIG 21), sondern auch ein Anlageinstrument mit einer garantierten Rendite.

Steuerliche Behandlung des Versicherungsbons

Die Auszahlungen im Todesfall des Versicherten sind nicht steuerpflichtig.

Wenn das Kapital und die Rückkaufswerte ausgezahlt werden, wenn der Versicherte lebt, werden sie als Zinsen versteuert (es müssen also 21 % Quellensteuer einbehalten werden, und es kann die Sonderabgabe von 4 % gelten). Die folgenden Bedingungen müssen erfüllt sein:

es handelt sich um einen individuellen Lebensversicherungsvertrag;

der Vertrag sieht eine garantierte Verzinsung vor;

die bezahlten Prämien dürfen nicht von Ihren Steuern abgezogen worden sein (sie dürfen keinen Anlass zu einer Steuersenkung gegeben haben).

Die gewährte Auszahlung abzüglich der Summe der eingezahlten Prämien ergibt den letztendlichen Betrag, auf den Sie Steuern zahlen müssen: die 'steuerpflichtige Grundlage'. Der steuerpflichtige Betrag darf, wie auch immer, nicht niedriger sein als der Betrag, welcher der Kapitalisierung der Zinsen in Höhe von 4,75 % jährlich auf den Gesamtbetrag der eingezahlten Prämien entspricht, dieser bildet den 'steuerpflichtigen Mindestbetrag'.

Das Gesetz enthält jedoch auch zwei separate Steuerbefreiungen, wodurch Sie keine Steuern für die erhaltene Auszahlung bezahlen müssen, wenn ...

der Vertrag über mehr als acht Jahre abgeschlossen worden ist und das Kapital oder die Rückkaufwerte auch effektiv erst mehr als acht Jahre nach dem Abschluss des Vertrags bezahlt werden; ODER

der individuelle Lebensversicherungsvertrag im Todesfall eine Deckung vorsieht, die mindestens 130 % der eingezahlten Prämien entspricht und der Steuerpflichtige sich selbst versichert hat und selbst der Begünstigte des Vertrags ist.

Eine Lebensversicherung, gekoppelt an einen Investmentfonds

Eine Lebensversicherung ZWEIG 23 kann an einen Investmentfonds gekoppelt werden: Ihr Versicherer verpflichtet sich dann dazu, bei Ihrem Tod oder zu einem anderen vorab vereinbarten Datum einige Anteile aus einem Investmentfonds auszuzahlen. Dieser Vertrag bietet keine garantierte Verzinsung, sondern hängt von der Entwicklung des Fonds ab. Sie müssen also als Versicherungsnehmer/Anleger selbst das Risiko vollständig tragen.

Steuerliche Behandlung von ZWEIG 23 gekoppelt an einen Investmentfonds

Sie tragen als Versicherungsnehmer ein größeres Risiko (als z. B. bei einem Vertrag der ZWEIG 21), aber Sie erhalten als Gegenleistung dafür einen größeren Steuervorteil: die Auszahlungen an den lebenden Versicherten sind schließlich steuerfrei, insofern Sie für die bezahlten Prämien zuvor keine Steuersenkung genossen haben.

Die (neue) Sonderabgabe von 4 % auf mobile Einkünfte gilt für diese Auszahlungen nicht. Diese werden ebenso wenig in Betracht genommen, um zu bestimmen, ob die Grenze von 20.020 Euro (Veranlagungsjahr 2013) überschritten wurde. (Diese Schwelle ist relevant, um zu bestimmen, ob die anderen mobilen Einkünfte der Sonderabgabe von 4 % unterworfen werden können).

Wenn mit einer ZWEIG 23 trotzdem eine garantierte Rendite verbunden wird, wird die Versteuerung auf das oben besprochene System der Versicherungsbons abgestimmt. Das bedeutet, dass die Auszahlung als eine Zinszahlung betrachtet wird, die einer Quellensteuer in Höhe von 21 % und eventuell der Sonderabgabe von 4 % unterliegt. Dieselbe Möglichkeit zur Befreiung gilt hier auch.

Kapitalisierungsverträge

Diese Verträge (mitunter auch ZWEIG 26 genannt) sind eigentlich keine Versicherungsverträge. Die wesentlichen Elemente, um von einem Versicherungsvertrag sprechen zu können (versichertes Risiko, Versicherter, Begünstigter), sind schließlich nicht vorhanden. Dennoch können diese Vereinbarungen mit einer Versicherungsgesellschaft abgeschlossen werden.

Es handelt sich um Verträge, wobei als Gegenleistung für einmalige oder regelmäßige Einzahlungen Verpflichtungen unabhängig von unsicheren Ereignissen eingegangen werden. Die Dauer und der Betrag werden in den Klauseln des Vertrags aufgenommen. Die Policen bieten eine garantierte Mindestrendite.

Steuerliche Behandlung von Kapitalisierungsverträgen

Kapitalisierungsverträge werden als festverzinsliche Wertpapiere betrachtet. Die Erträge, die daraus hervorgehen, werden als Zinsen qualifiziert und 21 % Quellensteuer unterworfen. Die Sonderabgabe von 4 % kann fällig werden, wenn die Schwelle (20.020 Euro für das Veranlagungsjahr 2013) überschritten wird. Die eingegangenen Beträge werden ebenfalls in Betracht genommen, um zu bestimmen, ob die genannte Grenze überschritten wurde.

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