Gesellschaftsbeitrag für große Unternehmen erhöht

Jede Gesellschaft muss innerhalb von drei Monaten nach der Hinterlegung ihrer Gründungsurkunde einer Sozialversicherungskasse beitreten, an die sie jedes Jahr einen Gesellschaftsbeitrag entrichten muss. Zum ersten Mal seit Jahren wird dieser Beitrag für große Unternehmen erhöht. Für 2012 zahlen sie 868 Euro. Kleine Unternehmen zahlen seit 2005 347,50 Euro.

Jährlicher Pauschalbeitrag

Jede Gesellschaft, die der belgischen Körperschaftssteuer oder der belgischen Nichtansässigensteuer unterworfen ist, muss innerhalb von drei Monaten nach der Hinterlegung ihrer Gründungsakte einer Sozialversicherungskasse beitreten. An dieser Kasse müssen sie einen „jährlichen Beitrag zu Lasten der Gesellschaften für das System der sozialen Sicherheit der Selbständigen“ entrichten.

Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht (VoG), faktische Vereinigungen und bürgerliche Gesellschaften, die keine Handelsform angenommen haben, sind davon befreit.
Für neugegründete Unternehmen besteht eine Ausnahmeregelung, die beinhaltet, dass sie während der ersten drei Jahre nach ihrer Gründung freigestellt sind. Dabei muss es sich um eine Personengesellschaft handeln, die in der Zentralen Datenbank der Unternehmen als kommerzielles Unternehmen oder Handwerksunternehmen eingetragen ist, und die Geschäftsführer und eine Mehrheit der arbeitende Teilhaber dürfen während der letzten zehn Jahre vor der Gründung nicht mehr als drei Jahre selbständig gewesen sein. Über die Befreiung wird pro Jahr entschieden.

Der Beitrag hängt von der Bilanzsumme des vorletzten abgeschlossenen Geschäftsjahres der Gesellschaft ab. Bei neugegründeten Gesellschaften gibt es kein vorletztes abgeschlossenes Geschäftsjahr, auf welches sich der Beitrag beziehen kann. Sie zahlen den niedrigsten Beitrag.
Die Gesellschaftsbeiträge für das Jahr 2012 werden auf der Grundlage der Bilanzsumme des Jahres 2010 ermittelt.
Im Jahr 2012 beträgt der Beitrag 347,50 Euro, wenn die Bilanzsumme nicht höher als 627.377,34 Euro ist. Wenn die Bilanzsumme 627.377,34 Euro übersteigt, beträgt der Gesellschaftsbeitrag 868 Euro.

Zeitpunkt der Zahlung

Der Gesellschaftsbeitrag 2012 muss spätestens am 30. Juni 2012 bezahlt werden.
Gesellschaften, die soeben erst gegründet worden sind und ihre Rechtsfähigkeit nach dem 1. April erworben haben, müssen bis zum Ende des dritten Monats zahlen, der auf das Datum folgt, an dem sie ihre Rechtsfähigkeit erlangt haben. (Erhält eine Gesellschaft ihre Rechtsfähigkeit z. B. am 19. Mai, muss sie bis zum 31. August zahlen).
Gesellschaften in finanziellen Schwierigkeiten können von der Zahlung des Beitrags befreit werden. Dies ist bei Gesellschaften möglich, die für zahlungsunfähig erklärt worden sind, bei Gesellschaften, die sich in einer gerichtlichen Reorganisation befinden, und bei Gesellschaften, die liquidiert werden und deren Liquidation in den Anlagen des Belgischen Staatsblatts veröffentlicht worden ist.
Auch Gesellschaften, die während des gesamten Kalenderjahres keine Handels- oder Zivilsgeschäfte ausgeübt haben, können befreit werden. Dazu benötigen sie eine Bescheinigung der Verwaltung der direkten Steuern (Abteilung Gesellschaften).

Wenn Sie nicht rechtzeitig zahlen, kann eine Erhöhung um 1 % auf den fälligen Beitrag je Monat Verspätung berechnet werden. Gesellschaften, die höhere Gewalt in Anspruch nehmen können, können davon (teilweise) befreit werden. Dazu müssen sie einen ausdrücklich begründeten Antrag bei der Sozialversicherungskasse einreichen.

Forderung auf Rückzahlung

Wenn Sie einen Beitrag zu Unrecht bezahlt haben, können Sie diesen zurückfordern. Die Forderung auf Rückzahlung des zu Unrecht gezahlten Gesellschaftsbeitrags verjährt nach fünf Jahren. Die Forderung läuft ab dem 1. Januar des Jahres, das auf dasjenige folgt, in welchem der nicht zu zahlende Beitrag entrichtet wurde. Die Unterbrechung der Verjährung erfolgt gemäß Artikel 2244 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs und durch ein Einschreiben der Gesellschaft, in welchem die Rückzahlung des nicht geschuldeten Beitrags beantragt wird. Der Teil der Verjährungsfrist, der bereits verstrichen ist, wird nicht mehr in Betracht genommen. Durch die Unterbrechung der Verjährung beginnt eine neue Verjährungsfrist, die genau so lang wie die ursprüngliche Frist ist.

Steuerlich absetzbar

Interessant zu wissen: der Verfassungsgerichtshof hat geurteilt, dass der Gesellschaftsbeitrag als eine „Steuer“ und nicht als ein „Sozialbeitrag“ betrachtet werden muss: siehe Urteil Nr. 142/2010 und Urteil Nr. 103/2011. Steuern sind nicht grundsätzlich von der steuerlichen Absetzbarkeit ausgeschlossen. Die Steuern, die beruflich gezahlt werden und deren Abzug als Werbungskosten nicht akzeptiert wird, werden im Einkommensteuergesetzbuch aufgeführt (siehe Art. 198 EStG 92: z. B. die Körperschaftssteuer). Der Gesellschaftsbeitrag wird in dieser Aufzählung nicht erwähnt und fällt demnach unter absetzbare Werbungskosten.

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