Kennen Sie schon alle neuen Regeln für Studentenarbeit?

Studenten können Ihren vorübergehenden Personalbedarf decken. Ab dem 1. Januar 2012 sind die Vorschriften des Landesamts für Soziale Sicherheit (LSS) in Bezug auf die Beschäftigung von Studenten jedoch gründlich geändert worden. Künftig unterscheiden wir nicht mehr zwischen der Sommerzeit und dem Rest des Jahres. Studenten dürfen von nun an 50 Tage pro Kalenderjahr arbeiten, und es ist nur noch ein Solidaritätsbeitrag zu zahlen. Mit einer neuen Anwendung auf der Internetseite des LSS können Sie die Anzahl der Tage einsehen, welche die Studenten gearbeitet haben. Gibt es noch weitere Punkte, die zu beachten sind?

50 Tage verteilt über das ganze Jahr mit Solidaritätsbeitrag

Bis zum vorigen Jahr durften Studenten 23 Tage in den Sommerferien (Juli, August, September) und 23 Tage außerhalb der Sommerzeit arbeiten. Ab 2012 dürfen Studenten 50 Tage arbeiten, verteilt über das ganze Jahr. Die Studenten und ihre Arbeitgeber brauchen auf diese Arbeit keine Sozialbeiträge (35 % zu Lasten des Arbeitgebers und 13,07 % zu Lasten des Arbeitnehmers, der kein Student ist) zu zahlen, unter der Voraussetzung, dass das Jahreskontingent von 50 Tagen nicht überschritten wird. Es ist allerdings ein Solidaritätsbeitrag zu entrichten. Dieser beträgt 8,13 % (ein fester Prozentsatz) des Lohns: Arbeitgeber zahlen einen Beitrag in Höhe von 5,42 % und Studenten 2,71 %. Für die Studenten wird auch der Arbeitgeberbeitrag für den Asbestfonds in Höhe von 0,01 % fällig. Bisher unterschied sich der Solidaritätsbeitrag je nachdem, ob der Student während des Sommers (7,51 %) oder außerhalb des Sommers (12,51 %) arbeitete.

Dimona-Erklärung

Wenn Sie einen Studenten beschäftigen, müssen Sie das der LSS melden. In dieser elektronischen Dimona-Erklärung geben Sie künftig auch die Anzahl der Tage an, in denen der Student pro Vierteljahr arbeitet. Bisher war die genaue Anzahl der Arbeitstage nicht notwendig, und es reichte der Zeitraum, in welchem der Student arbeiten sollte (Anfangs- und Enddatum). Sie können die Anzahl der Tage hinterher noch ändern, wenn der Student letztendlich nicht die geplante Anzahl der Tage gearbeitet hat. Das ist spätestens am letzten Fälligkeitstag der dreimonatigen DmfA-Erklärung möglich, in welche diese Tage fallen.

Kontrolle der restlichen Tage auf www.studentatwork.be

Sowohl der Arbeitgeber als auch der Student können jederzeit die Anzahl der Tage, die der Student bereits gearbeitet hat, mit Hilfe einer neuen Internetanwendung des LSS einsehen: www.studentatwork.be. Diese Website gewährt Zugang zur Portalseite der sozialen Sicherheit: mysocialsecurity.be/student. Über einen persönlichen, gesicherten Zugang können Studenten die Tage sehen, für die eine Multi-Dimona-Meldung eingereicht wurde. Sie können dort auch eine Bescheinigung mit der Anzahl der restlichen Tage ihres Kontingents ausdrucken.

Anhand eines Zugangscodes, den Ihnen der Student mitteilt, können Sie beim Dienstantritt des Studenten den Saldo seiner verfügbaren Arbeitstage kontrollieren. Wenn Sie eine Multi-Dimona für einen Studenten einreichen und dabei das jährliche Kontingent von 50 Arbeitstagen überschreiten, erhalten Sie vom Landesamt für Sozialsicherheit der provinzialen und lokalen Verwaltungen (LSSPLV) eine Nachricht, und Sie können auf dieser Grundlage entscheiden, ob Sie den Studenten unter Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen einstellen wollen oder nicht.
Wenn das Kontingent von 50 Arbeitstagen bei einem einzigen Arbeitgeber überschritten wird, sind Sozialversicherungsbeiträge für den gesamten Beschäftigungszeitraum bei diesem Arbeitgeber fällig.
Wenn die Überschreitung des Kontingents von 50 Arbeitstagen bei verschiedenen Arbeitgebern erfolgt, müssen der Student und der Arbeitgeber, der ihn zum Zeitpunkt der Überschreitung einstellt, erst ab dem 51. Tag Sozialversicherungsbeiträge zahlen, unter der Bedingung, dass der Arbeitgeber ab dem 51. Tag eine korrekte DmfA-Meldung eingereicht hat.
Die Arbeitsleistungen, die der Student bei demselben oder einem anderen Arbeitgeber verrichtet hat, bevor die Höchstzahl der Arbeitstage überschritten wurde, unterliegen nur dem Solidaritätsbeitrag.

Studentenvertrag

Der Studentenvertrag ist eigentlich ein normaler Arbeitsvertrag mit einigen zusätzlichen Bedingungen. Der Vertrag muss spätestens zum Zeitpunkt des Arbeitsantritts für jeden Student einzeln schriftlich aufgesetzt werden. Sie müssen der Arbeitsinspektion innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Ausführung des Vertrags eine Kopie des Vertrags und eine Kopie der Bestätigung des Studenten, dass er die Arbeitsordnung empfangen hat, zukommen lassen. Wenn Sie diese Formalitäten nicht einhalten, kann der Student den Vertrag jederzeit ohne Kündigungsfrist oder Entschädigung auflösen.

Bisher wurden nur Verträge über höchstens sechs Monate als Studentenverträge bezeichnet. Die Dauer eines Studentenvertrags wurde jetzt auf zwölf Monate erweitert. Dadurch können Studenten zwei ganze Monate im Sommer oder einen Tag während des Wochenendes im Laufe eines ganzen Jahres arbeiten. Verträge mit Studenten, die länger als zwölf Monate dauern, werden nicht mehr als Studentenverträge, sondern als normale Arbeitsverträge betrachtet. Diese Studenten genießen also nicht die besonderen Schutzmaßnahmen.

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