Wann bleiben Ihre Kinder „zu Ihren Lasten“, wenn sie einen Studentenjob ausüben?

Die Semesterferien nähern sich: ein Zeitraum, in welchem viele Studenten einen Studentenjob ausüben. Wenn Ihre Kinder ein eigenes Einkommen erwerben, droht die Gefahr, dass sie nicht länger als „Personen zu Lasten“ in Betracht kommen. Wir weisen Sie deshalb auf einige Punkte hin, die dabei zu beachten sind.

Personen zu Lasten

Kinder werden als „Person zu Lasten“ betrachtet, wenn sie zusammen mit Ihnen am 1. Januar des Veranlagungsjahres eine Familie bilden. Das heißt, dass Ihre Kinder am 1. Januar 2012 bei Ihnen zu Hause wohnen müssen, um für das Einkommensjahr 2011 „zu Lasten“ zu sein. Wenn Ihre Kinder während des Jahres in einem Studentenzimmer wohnen oder für ihr Studium sich vorübergehend im Ausland aufhalten, ist das jedoch kein Problem. Auch dann wird davon ausgegangen, dass sie noch einen Teil der Familie ausmachen.

Für jedes Kind, dass Sie zu Lasten haben, wird Ihr Steuerfreibetrag erhöht (die erwähnten Beträge sind indexiert für das Veranlagungsjahr 2012):

1.400 Euro für ein Kind

3.590 Euro für zwei Kinder

8.050 Euro für drei Kinder

13.020 Euro für vier Kinder

bei mehr als vier Kindern: 13.020 Euro + 4.970 Euro für jedes weitere Kind

Eigene Existenzmittel Ihres Kindes

Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf als Werkstudent selbst nur über einen beschränkten Betrag an „eigenen Einkünften“ verfügen. Dies muss allerdings weiter gesehen werden als nur das Einkommen, dass Ihr Sohn/Ihre Tochter mit seinem/ihrem Studentenjob verdient. Das Gesetz spricht von „Existenzmitteln“. Wer über zu viel eigene Existenzmittel verfügt, gilt nicht mehr als zu Lasten.

Existenzmittel ist ein sehr weiter Begriff. Er umfasst:

den Lohn, den der Student mit seinem Studentenjob verdient;

Einkünfte aus Immobilien;

mobile Einkünfte; und

erhaltene Unterhaltszahlungen.

Je nach der Situation variiert der Betrag der Existenzmittel, über den Ihr Kind selbst verfügen darf,

wenn Sie und Ihre Ehepartner gemeinsam versteuert werden: 2.890 Euro;

wenn Sie als Alleinstehender versteuert werden: 4.170 Euro;

wenn Sie als Alleinstehender versteuert werden und Ihr Sohn/Ihre Tochter behindert ist: 5.290 Euro.

Wenn Sie sich diese Beträge ansehen, scheint es, als ob Ihr Kind nicht sehr viel verdienen darf. Das muss jedoch nuanciert werden. Bei der Ermittlung, ob die oben erwähnten Schwellenwerte überschritten werden, werden einige Beträge nicht berücksichtigt. Nämlich:

die erste Tranche in Höhe von 2.410 Euro des Lohns, den Ihr Sohn/Ihre Tochter bei der Ausführung des Arbeitsvertrags erhält;

die erste Tranche in Höhe von 2.890 Euro der Unterhaltszahlungen;

gesetzliches Kindergeld usw.

Ein Beispiel kann dies verdeutlichen:

Ihre Tochter hat einen Ferienjob und verdient damit netto 3.000 Euro. Nach dieser Regel ergeben sich nur eigene Existenzmittel in Höhe von 590 Euro (3.000 - 2.410 = 590).

Außerdem darf Ihr Sohn oder ihre Tochter bei der Berechnung des Nettobetrags der Existenzmittel auch Kosten von seinem/ihrem Berufseinkommen (Lohn der Studentenarbeit) abziehen.

Ihr Sohn oder Tochter gilt auf keinen Fall mehr als zu Lasten, wenn ...

Außer den Fällen, die oben erläutert wurden, gibt es noch zwei weitere Fälle, in denen Ihr Sohn/ihre Tochter nicht mehr zu Lasten ist:

wenn er/sie keinen Teil derselben Familie mehr ist;

wenn Sie als Eltern selbst Ihren Kindern den Lohn zahlen (weil sie während der Ferien in Ihrem Geschäft aushelfen) - Sie können diesen Lohn dann allerdings als Werbungskosten von Ihrem Einkommen absetzen.

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